Kreidetafel oder Klapprahmen? Die Gretchenfrage
Tipp: Kreidemarker (Flüssigkreide) lösen die meisten Probleme. Sie leuchten stärker als normale Kreide, sind aus der Entfernung besser lesbar und lassen sich nur mit einem feuchten Tuch abwischen. Bei einem kurzen Regenschauer bleibt die Schrift stehen. Für den Außeneinsatz sind sie Standard.
Die Hybrid-Strategie: Die cleverste Lösung aus der Praxis. Und erstaunlich wenige Gastronomen nutzen sie. Das Prinzip: Das Standardmenü, die Öffnungszeiten oder das Markenplakat steckt im Klapprahmen und bleibt Wochen oder Monate gleich. Daneben steht eine Kreidetafel für Tagesangebote, Mittagstisch, spontane Sprüche und Events. Zwei Kundenstopper, zwei Funktionen: einer für die Marke, einer für die Tageskommunikation.
Das kostet mehr (zwei Ständer statt einem), aber die Wirkung ist deutlich stärker. Der Klapprahmen sorgt für Professionalität und Wiedererkennung, die Kreidetafel für Aktualität und Persönlichkeit. Zusammen decken sie alles ab.
Was gehört auf den Kundenstopper?
Was nicht funktioniert: Kundenstopper, die nur den Restaurantnamen und das Logo zeigen. Das ist verschenkter Platz. Der Passant kennt deinen Namen nicht und wird durch ein Logo allein nicht angelockt. Immer ein konkretes Angebot, eine Aktion oder einen Spruch dazusetzen.
Sprüche, die funktionieren
"Das WLAN ist gut. Aber der Kuchen ist besser."
"Unser Kaffee ist so stark, er hat einen eigenen Personalausweis."
"Draußen ist es kalt. Drinnen gibt es Suppe."
"Glühwein: weil Therapie teurer ist."
"Eiskarte ist da. Sommer kann kommen."
"Vorsicht: Unser Mittagstisch macht süchtig."
"Wir können auch kochen. Nicht nur Kaffee."
"Unser Essen ist fast so gut wie das deiner Oma. Fast."
"Meat me inside."
"In Pizza we crust."
"Espresso yourself."
Was du vermeiden solltest: Sprüche, die aggressiv verkaufen ("Komm rein, kauf was!"), die beleidigend sein könnten oder die niemand versteht. Und bitte keine Sprüche, die auf jeder dritten Kreidetafel im Land stehen. "Kein WLAN, redet miteinander" hat 2016 funktioniert. Heute nicht mehr.
Wichtig: Der Spruch muss zum Lokal passen. Ein Sternerestaurant braucht keinen Kalauer. Ein Szene-Cafe kann damit spielen. Ein Biergarten darf derbe sein. Eine Weinbar sollte feinsinniger texten.
Der Kundenstopper als Social-Media-Asset
Genehmigung und Kosten
| Stadt | Kosten pro Jahr |
|---|---|
| Berlin | Ab 40 Euro Verwaltungsgebühr pro Jahr, plus ggf. Sondernutzungsgebühren nach Wertstufe |
| München | 12 bis 62 Euro pro Quadratmeter und Jahr, plus 30 Euro Verwaltungsgebühr |
| Frankfurt | 980 Euro pro Jahr (die teuerste Stadt Deutschlands für Kundenstopper) |
| Köln | Verwaltungsgebühr ab 100 Euro, plus Tagesgebühren nach Bedeutungsplan |
| Bremen | Moderate Gebühren, Genehmigung in zwei Wochen, Online-Antrag |
| Hamburg | Grundsätzlich verboten. Kundenstopper auf öffentlichen Wegen nicht gestattet. |
Den richtigen Kundenstopper wählen
- Holz-Kreidetafel (40 - 120 Euro): Für Cafes, Bistros, Weinbars, Biergärten. Authentisch, persönlich, tägliche Updates ohne Druckkosten. Achte auf dreifache Lackierung für den Außeneinsatz und Massivholz statt MDF. Bei Regen reinholen oder unter die Markise stellen.
- Aluminium-Klapprahmen, wetterfest (60 - 250 Euro): Für gehobene Restaurants, Franchise, Hotelrestaurants. DIN A1 ist Standard (594 x 841 mm). Professionelle Druckplakate, UV-geschützt, wetterfest. 32-mm-Profil für Outdoor, eloxiert oder pulverbeschichtet.
- WindPro / windfester Kundenstopper (150 - 300 Euro): Für Standorte mit viel Wind (Ecken, offene Plätze, Küste). Federstahlscharniere, Wassertank im Fuß (25 - 50 Liter), 10 - 15 kg Eigengewicht. Steht, wo normale Kundenstopper längst umgekippt wären.