Plakatständer und Kundenstopper vor der Frankfurter Altstadt am Römerberg
Stadtplan-Symbol für Frankfurter Kundenstopper-Vorschriften

STADT-GUIDE

Frankfurt

960 Euro pro Jahr, dramatische Preisgeschichte und strenge Regeln

980 € pro Jahr
2024 wieder erlaubt
0,65 m max. Tiefe
ASE zuständig
Teuerste Stadt Seit 2024 wieder erlaubt ASE zuständig

Kundenstopper in Frankfurt haben eine wilde Geschichte hinter sich. Zeitweise komplett verboten, dann wieder erlaubt, Gebühren erst bei 3.650 Euro, dann auf 960 Euro gesenkt. Kein anderer deutscher Großstadt hat in so kurzer Zeit so radikal an den Regeln gedreht. Wenn du heute einen Aufsteller vor deinem Laden willst, brauchst du eine Sondernutzungserlaubnis beim Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE).

Illustration einer Stadtszene mit Werbeaufstellern in Frankfurt
Geschichte

Die Frankfurter Kundenstopper-Geschichte

Frankfurt hatte Kundenstopper auf öffentlichen Gehwegen zwischenzeitlich komplett verboten. Die Begründung: Barrierefreiheit verbessern, Hindernisse für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator beseitigen. Um das illegale Aufstellen zu bestrafen, legte die Stadt die Sondernutzungsgebühren auf 3.650 Euro pro Jahr fest.

Die IHK Frankfurt protestierte massiv. IHK-Präsident Ulrich Caspar machte klar, dass der Einzelhandel auf Kundenstopper angewiesen sei. Im Februar 2024 kippten die Stadtverordneten das Verbot. Ende 2024 senkte Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert die Gebühren auf 960 Euro pro Jahr.

Dramatische Wende: Vom kompletten Verbot über 3.650 Euro Strafgebühr zur aktuellen Regelung mit 960 Euro pro Jahr. So schnell hat keine andere deutsche Stadt die Regeln geändert.
Aktualisiert April 2026 Aktuelle Regeln
Regeln

Aktuelle Regeln

Diese Vorschriften gelten aktuell für Kundenstopper in Frankfurt:

  • Aufstellfläche maximal 0,65 Meter tief
  • Nur direkt vor dem eigenen Geschäft, an der Hauswand
  • Nur während der Geschäftszeiten
  • Transportabel, keine feste Verankerung
  • Genehmigung muss schriftlich vorliegen, bevor du aufstellst
  • Blindenleitsysteme und barrierefreie Zugänge dürfen nicht blockiert werden
Stand April 2026 Zu den Gebühren
Gebühren

Gebühren

Die Kosten für einen Kundenstopper in Frankfurt setzen sich wie folgt zusammen:

Position Betrag
Sondernutzungsgebühr 960,00 €/Jahr
Verwaltungsgebühr 20,00 €
Gesamt 980,00 €/Jahr

Das ist deutlich teurer als Berlin (40 Euro/Jahr) oder Muenchen (12-62 Euro/m²/Jahr). Frankfurt ist nach Hamburg (verboten) die teuerste Stadt für Kundenstopper.

Rechenbeispiel: 980 Euro pro Jahr sind 2,69 Euro pro Tag. Wenn dein Kundenstopper auch nur einen zusätzlichen Kunden pro Tag bringt, der für 5 Euro konsumiert, hast du die Gebühr raus. In einer frequentierten Lage auf der Berger Straße oder Schweizer Straße rechnet sich das schnell. In einer ruhigen Seitenstraße eher nicht.
Gebührenstand 2026 Antrag stellen
Antrag

Antrag stellen

Zuständig: Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) der Stadt Frankfurt. Antrag per Post, E-Mail oder online über frankfurt.de.

Tipp: Stelle den Antrag frühzeitig. Die Genehmigung muss schriftlich vorliegen, bevor du den Kundenstopper aufstellst. Rechne mit mehreren Wochen Bearbeitungszeit.
ASE Frankfurt Ohne Genehmigung?
Bußgelder

Was passiert ohne Genehmigung?

Frankfurt kontrolliert aktiv. Ohne Erlaubnis drohen:

  • Verwarnungsgelder und Bußgelder
  • Zwangsgeld bei Nichtentfernung
  • Ersatzvornahme (Stadt entfernt den Aufsteller auf deine Kosten)
  • Rückwirkende Gebührenforderung von 960 Euro
Aktive Kontrollen Jetzt beantragen
Digitaler Kundenstopper als Alternative zum klassischen Aufsteller
Alternativen

Alternativen

Angesichts der hohen Gebühren lohnt ein Blick auf Alternativen:

  • Schaufenster-Werbung: Kostenlos, keine Genehmigung nötig
  • Fassadenschilder: Ggf. Baugenehmigung, aber keine Sondernutzungsgebühr
  • Aufsteller im eigenen Eingangsbereich: Auf privatem Grund genehmigungsfrei
  • Warenauslage: Eigener Antragsprozess, kann günstiger sein
Kostenfreie Optionen Kosten vergleichen

Zusammengefasst

Kundenstopper in Frankfurt haben eine bewegte Geschichte. Nach einem kompletten Verbot und Strafgebühren von 3.650 Euro sind sie seit 2024 wieder erlaubt. Die aktuelle Gebühr von 960 Euro pro Jahr (plus 20 Euro Verwaltung) macht Frankfurt nach Hamburg zur teuersten Stadt für Kundenstopper in Deutschland.

Zuständig ist das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE). Maximal 0,65 Meter Tiefe, nur vor dem eigenen Geschäft, nur während der Geschäftszeiten. Blindenleitsysteme dürfen nicht blockiert werden.

Ob sich das lohnt, hängt von der Lage ab. In frequentierten Einkaufsstraßen wie der Berger Straße oder Schweizer Straße: ja. In ruhigen Seitenstraßen: genau nachrechnen. Schaufenster-Werbung ist kostenlos und braucht keine Genehmigung.

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Kundenstopper in Frankfurt.

In stark frequentierten Lagen ja. In ruhigen Seitenstraßen rechne genau nach. Optimiere zuerst dein Schaufenster - das kostet nichts.

Frankfurt wollte die Barrierefreiheit verbessern. Nach IHK-Protest wurden sie 2024 wieder zugelassen.

In diesen drei Stadtteilzentren gelten besondere Regeln, auch für Parkplatznutzung durch Außengastronomie. Vorher beim ASE informieren.

In Frankfurt ist das gewerbliche Verteilen von Werbematerial im öffentlichen Raum ebenfalls eine Sondernutzung und genehmigungspflichtig.

Schaufenster-Werbung, Fassadenschilder und Aufsteller auf eigenem Privatgrund brauchen keine Sondernutzungserlaubnis.

Hinweis

Stand: April 2026. Angaben ohne Gewähr. Für die aktuelle Rechtslage wende dich direkt an das Amt für Straßenbau und Erschließung Frankfurt. Die Vorschriften und Gebühren können sich ändern. Dieser Leitfaden ersetzt keine Rechtsberatung.